Teil 4: Eine gute Trampstelle…

…oder: Wie das Cover-Foto für „Die Natur ist dein Feind“ entstand.

Fortsetzung von Teil 1, Teil 2 und Teil 3

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Was bisher geschah:
Torsun und Hörm, zwei junge Provinz-Punks aus Bensheim an der Bergstraße, welches im Vorhof der Hölle Südhessens -genannt Odenwald- liegt, beschließen eine Reise in die große Stadt (Berlin) zu unternehmen. Nachdem sich Torsun durch widerrechtliche Aneignung einer Krankschreibung Urlaub vom Arbeitsamt erschlichen hat, steht dem Vorhaben nichts mehr im Wege. Stark bekifft packen die Beiden ihre Sachen und machen sich auf den Weg zu ersten Trampstelle. Bals schon müssen sie feststellen, dass ihre Planung nur semi-gut gelaufen ist.
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Wir erwachten in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages. Gut gelaunt und optimistisch, die Strecke nach Berlin bald schon geschafft zu haben, tingelten wir zwecks notdürftiger weil notwendiger Körperpflege erstmal in die Raststädte. Nachdem das erledigt war, wurde es wirklich höchste Zeit, eine anständige Tüte zu bauen, weshalb wir uns erstmal wieder in die Büsche schlugen, denn mal im Ernst: wer hält es schon nüchtern als Tramper auf deutschen Autobahnen aus?
Kaum dass wir aufgeraucht hatten überkam uns höllischer Durst, der unbedingt gestillt werden wollte. Leider hatten unsere Wasservorräte die letzte Nacht nicht überstanden, weshalb wir beschlossen, etwas von unserem mitgenommenen Zitronentee-Granulat in die leeren Flaschen zu schütten und diese dann an den Waschbecken der Raststädte nachzufüllen. Dies gestaltete sich weit schwieriger als vermutet, denn kaum dass wir mittels eines zu einem Trichter gerollten Flyers erfolgreich das Granulat in unseren Flaschen versenkt hatten und an den Waschbecken ankamen, musste wir feststellen, dass der Abstand von Hahn zu Becken so gering war, dass die Flaschen nicht dazwischen passten. Na gut, sie passten nicht nicht dazwischen, aber leider Gottes nur so schräg, das die so aufgenommene Flüssigkeit gerade so dazu ausreichte, um den eingestreuten Zitronentee in einen süß schmeckenden Schlamm zu verwandeln, der zu allem, inklussive Spachtelmassen-Ersatz im Baugewerbe geeignet war, nur eben nicht zum Durst löschen, den wir aber -warum auch immer- sicherheitshalber trotzdem in unseren Rucksäcken verstauten. Zur Flüssigkeitsaufnahme nahmen wir einfach ein paar Schluck direkt aus dem Hahn, bevor wir uns endlich anschickten, loszutrampen.
Es dauerte nicht lange, bis ein Herr mittleren Alters anhielt und versprach, uns ein großes Stück Richtung Berlin mitzunehmen. Wir stiegen ein. Unsere Frage, ob es dort, wo er unsere Route verlassen musste eine Raststädte gäbe, verneite er mit dem Hinweis, dass er eine äußerst gute Trampstelle kennen würde, an der er früher selbst desöfteren gestanden hätte und die in Punkto Tramptauglichkeit einer Raste mindestens ebenbürtig sei. Das hätte uns eigentlich stutzig machen sollen, ja sogar müssen, aber für Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Ausführungen waren wir schlicht zu breit. Wir wollten vertrauen. Dieses Vertrauen wurde jedoch in seinen Grundfesten erschüttert, als er mit der Aussage „Hier ist die Trampstelle. Sie mag zwar nicht so aussehen, ist aber dennoch gut geeignet.“ völlig unerwartet auf dem Standstreifen eines Autobahnkreuzes anhielt und uns die Tür wies. Viel zu perplex für Widerworte fanden wir uns plötzlich allein zu zweit mitten auf einer Autobahn wieder. Und eins war uns umgehend klar: Hier hatte vor uns garantiert noch niemand sein Glück als Tramper versucht!


(Der Autor stellt fest, dass die gepriesene Trampstelle doch nicht so gut geeignet ist, wie behauptet.)

Hier standen wir also. In der prallen Sonne ohne Chance auf Schatten und -was noch viel schlimmer war- Flüssigkeit, außer dem Zitronentee-Matsch am Grund unserer Flaschen. Wir wollten uns schon zum Sterben an den Straßenrand legen, als uns plötzlich ein Mann mit Benzinkanister auffiehl, der mit rausgestrecktem Daumen, den für einen Autobahnwechsel gedachten Zubringer entlang in unsere Richtung lief. Kaum dass er uns erreicht hatte, hielt tatsächlich ein Wagen, um ihn einsteigen zu lassen. Wir konnten unser Glück kaum fassen, sprangen auf und fragten den Fahrer, ob er uns ebenfalls bis zur nächsten Tankstelle mitnehmen könnte. Er verneinte und beeilte sich loszufahren, um -so vermuteten wir- unsere enttäuscht dreinschauenden Fressen nicht länger ertragen zu müssen. Was sollten wir nur tun?

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Wir überlegen in der Zwischenzeit, ob wir wegen ihrer Bestellung diesen Hunde-Welpen verschonen, oder ihn genau deshalb abknallen sollen:

Werbeunterbrechung Ende

Hörm hatte die passende Lösung parrat: Erstmal einen bauen. Dies gestaltete sich jedoch wieder einmal bedeutend schwieriger als gedacht, denn zu allem überfluss mussten wir feststellen, dass wir irgendwo unterwegs unser Feuerzeug eingebüßt hatten. Fickende Hölle! Wir überlegten hin und her, wie denn nun weiter zu verfahren sei, fanden aber keine andere Lösung, als die, den letzten Klumpen Hasch, den wir besaßen, in zwei gleich große Teile zu teilen und ohne die Hilfe von Wasser oder sonstiger Flüssigkeit zu kauen und zu schlucken. Gesagt, getan! Mit Zitronentee-Granulat pur bekämften wir den üblen Geschmack im Mund und hofften, dass die bald einsetzende Breitheit unsere Situation wenigstens etwas weniger aussichtslos würde erscheinen lassen.

Fortsetzung folg

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1 Antwort auf “Teil 4: Eine gute Trampstelle…”


  1. 1 Kamikatze 29. Juli 2014 um 21:14 Uhr

    Lieber Torsun, bitte schreib bei Gelegenheit mal die Fortsetzung! Mit so einem Cliffhanger kannst du deine Leserschaft doch wirklich nicht so lange zittern lassen!
    Biddööööööö!!!

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