Archiv für Oktober 2013

CDU Wahlkampf in den 90ern


Im Buch „Raven wegen Deutschland“ von Kulla und mir, schrieb ich in einem Kapitel über den Wahlkampf der CDU ende der 90er in Hessen.
Das Ganze liest sich so:

Wer im Bereich Politik ein klein wenig bewandert ist, dürfte noch wissen, dass der CDU-Politiker Roland Koch eine Weile Ministerpräsident von Hessen gewesen ist. Als in den Neunzigern eine Debatte um die Einführung der »doppelten Staatsbürgerschaft« gestartet wurde, hatte dieser nichts Besseres zu tun, als den rassistischen Mob des Landes zu mobilisieren und eine Unterschriftenaktion gegen den »Doppelpass« zu starten. Er ließ in den Fußgängerzonen Stände aufbauen, wo der normale Wutbürger seinem Hass gegen alles vermeintlich Fremde durch Niederschrift seines Namens Ausdruck verleihen konnte. Ein guter Freund und ich beobachteten das Treiben an einem der Stände auf dem Luisenplatz in Darmstadt und wurden so Zeuge, wie sich Bänker und Obdachlose, vereint in ihrer rassistischen Gesinnung gegenseitig auf die Schulter klopften. Es gab kein arm und reich mehr, sondern nur noch deutsch und nicht-deutsch. Die Gewaltphantasien bei diesem Anblick reichten bei mir bis hin zu dem Plan, den dort kostenlos angebotenen Glühwein mit reinem LSD zu präparieren, auf dass alle, die davon trinken, das Gefühl bekommen sollten durchzudrehen. Wir wollten sie leiden sehen. Egal wie! Nur extrem, brutal und gemein musste es sein. Sogar einer Wiederholung der von Darmstädter Nazitätern im Opferwahn »Brandnacht« getauften Bombardierung von 1944 hätten wir ohne Wenn und Aber zugestimmt. Sie hatten es nicht anders verdient. Aber was will man auch von einer Stadt erwarten, die nach einem Organ benannt ist, das Verdautes und Unverdautes aus dem Körper transportieren soll.

Jetzt fand ich auf Youtube ein Video zu genau diesem Thema:

Damals wie heute: Dreckspack!

Beschissenes Déjà-vu-Erlebnis oder was?

Ende der 80er / Anfang der 90er begann ich mich zu politisieren. Gerade als nach der Wiedervereinigung die Lage für Flüchtlinge in Deutschland immer gefährlicher wurde, wurde Freunden und mir klar, dass wir etwas tun mussten.

Die Situation damals war Folgende:

Die CDU fabulierte (genau wie NPD, REPs, DVU usw.) von „Überfremdung“ und hetzte gegen Flüchtlinge.
Bürger mobilisierten gegen Flüchtlingsheime, bis es zu Attacken gegen die Heime kam (Hoyerswerda, Rostock Lichtenhagen, Mannheim Schönau, Quedlinburg).
Nazis begannen die Häuser anzuzünden. Sie wollten töten und das taten sie auch (Rostock Lichtenhagen, Mölln, Solingen).
Die SPD machte möglich, dass das Asylrecht abgeschafft werden konnte.

(FOTO)

In dieser Zeit wurde ich so oft festgenommen, wie in den ganzen Jahren danach nicht mehr, weil die Polizei selbstverständlich alles dafür tat, antifaschistische Gegendemonstranten einzusacken, anstatt Flüchtlinge und Migranten zu beschützen.

Und heute, 20 Jahre später?

Die CDU fabuliert von „Überfremdung“ und hetzt gegen Flüchtlinge (man höre sich nur einmal eine Rede von Friedrich an).
Egal wo auch immer in diesem Drecksland ein Flüchtlingsheim entstehen soll, gründet sich spätestens einen Tag nach bekannwerden der Pläne eine Bürgerinitiative, die dagegen mobil macht.
Die SPD befleißigt sich mitzutun und zeigt z.B. in Hamburg ihre hässliche rassistische Fratze.
Nazis beginnen die Heime anzuzünden (Gemünden, Wehr), und es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis durch diese Anschläge wieder Menschen ums Leben kommen (ich hoffe sehr, dass ich mit dieser Einschätzung daneben liege).

(FOTO)

Und jetzt nennt mir einen Grund, nicht antideutsch (im wahrsten Sinne des Wortes) zu sein und dieses Land und die Mehrzahl seiner Leute zu verachten…

deutsch wollen vs deutsch können

Lesung in Greifswald

Am Freitag las ich in Greifswald seit langem mal wieder aus „Raven wegen Deutschland“. Die Jungs von Feine Sahne Fischfilet hatten mich zu ihrer Veranstaltung „kentern & verstehen“ eingeladen.

Dort angekommen, musste ich mit schrecken feststellen, dass ich meinen Rechner mit den vorbereiteten Videos zur Lesung zuhause vergessen hatte, aber hey: manchmal kann Verpeilung auch gut sein, denn durch das vergessen, musste ich mich mehr aufs erzählen neben dem Lesen konzentrieren. Und das klappte überraschend gut. Der Saal war jedenfalls voll mit Leuten, und die schienen genauso viel Spaß zu haben wie ich. Ich denke, ich werde das in Zukunft öfter so machen.
1000 Dank geht auf jedenfall an das Ausgezeichnete Publikum und natürlich an die netten Menschen des Hausprojekts und von Feine Sahne!
Mir bleibt zu sagen, dass mich dieser Abend -nach längerer Abstinenz- wieder angefixt hat, Leseabende zu bestreiten.

P.S.:
Da ich derzeit gesundheitlich etwas angeschlagen bin, konnte ich beim Konzert am nächsten Abend leider nicht dabei sein. Schade, denn die Show scheint große Klasse gewesen zu sein:

Nachtrag:
Man kann das Buch auch immer noch käuflich erwerben. Z.B. hier: KLICK!

„Die besten, schlauesten und kreativsten Nazis lesen nach wie vor die Zeit!“

Aus Titanic online:

In den Kommentarbereichen deutscher Onlinemedien tobte in dieser Woche ein bizarrer Wettstreit: Wer kann die Flüchtlingsgefahr von Lampedusa am originellsten beschreiben, wer hat die besten rechtsradikalen Leser? Das TITANIC-Ranking:

Platz 5: „Genlok“ von spiegel.de

Italien macht milliarden Umsatz mit seinen Stränden und Tourismus, der negative Aspekt von Straenden ist dann halt auch mal die Afrikaner an diesen zu begegnen.

Das beste Argument der Problemglatzen von „Spon“. Hätte „Genlok“ noch darauf hingewiesen, daß einem die Strandafrikaner von Afrika auch noch ständig auf nervtötende Art und Weise Melonenstücke oder Sonnenbrillen andrehen wollen, wäre vielleicht sogar eine Medaille herausgesprungen.

Platz 4: „Mössjöh_Mouche“ von sueddeutsche.de
Offene Grenzen nach Afrika? Wie soll die EUR 800 Mio Afrikaner aufnehmen? 20% der Schwarzafrikaner sind HIV-positiv, die HIV -Therapie nach EU-Standard – hierauf hat der Flüchtling Anspruch – kostet etwa 100 000 EUR im Jahr. Wer bezahlt dass, vielleicht die Sueddeutsche?

Die Rechnung des SZ-Lesers überzeugt. Sicher handelt es sich um einen Münchner Gymnasiallehrer für Mathematik. Leider ist Mathe total langweilig – Treppchenplatz verpaßt.

Bronze, Platz 3: „Susi Eisenstein“ von welt.de
Das Programm sieht so aus: ein Teil des Clans wandert hier ein und beantragt HIV. Der Clanoberhaupt vermietet die Wohnungen und kassiert noch einmal. Dann beantragen diese Leute Möbel, etc. Sie kaufen Handys auf Kredit. Und nach einer Zeit sind sie wieder weg. Dann sind sie zuhause mit unseren Steuergeldern in ihren eigenen Wohnhaus, neustem Handy, Mercedes, etc.

Origineller versteht es diese Nutzerin der Online-Welt, die Aids-Keule zu schwingen: Die perfiden Neger beantragen ihren Lieblingsvirus gleich in Deutschland und verursachen dem Steuerzahler so noch immense Bürokratiekosten. Und danach wollen sie womöglich noch Hartz IV!

Silber, Platz 2: „Wolfgang Richter“ von faz.net
Die Tür muß zu bleiben. In Afrika warten zig Millionen auf ihre Chance, in ein europäisches Sozialsystem einzuwandern. Und sind sind dank Internet immer am Puls der Zeit.

Das Argument: mau. Das sensationelle: Es gibt FAZ-Opas, die ihr Lieblingshetzblatt online lesen und dabei auch wissen, daß sie online sind. Leider ist auch der Afrikaner seit kurzem am Netz und weiß deswegen, daß die deutschen Grenzen auch nicht mehr das sind, was sie einmal waren.

Gold, Platz 1: „Gojko“ von zeit.de
Mein Plan wäre so: 1. Die EU annektiert ein afrikanisches, möglichst zentral gelegenes Land, daß von einem unfähigen Diktator regiert wird (z.B. Simbabwe würde sich anbieten) 2. Es wird ein funktionierendes Staatswesen (aus EU-Bürgern bestehend) gebildet, um öffentliche sowie Rechtssicherheit zu gewährleisten. 3. Unter diesen Umständen werden internationale Konzerne dort sicher investieren. 4. Jeder Afrikaner, der arbeiten will, kann kommen und sich eine Existenz aufbauen. Nach Europa muß dann keiner mehr. 5. Nach 100 Jahren zieht die EU ab und übergibt das Land wieder an die Afrikaner.

Um es im Forenjargon zu sagen: „Dem ist nichts hinzuzufügen.“ Die besten, schlauesten und kreativsten Nazis lesen nach wie vor die Zeit!

(Link zum Original)

Lesung und Soli-Show

1. Kentern & Verstehen
Fürs kommende Wochenende haben die Genossen von Feine Sahne Fischfilet ein dickes Ding auf die Beine gestellt!

Am morgigen Freitag werde ich in diesem Rahmen aus „Raven wegen Deutschland“ vorlesen.
Alle Infos zu Kentern & Verstehen findet ihr hier: KLICK!

2. Anti-Repressionskosten-Soli

Wie viele von euch mitbekommen haben dürften, gab es in Berlin Hellersdorf Ärger wegen eines neu errichteten Flüchtlingsheims. Die Anwohner präsentierten ihre hässlich rassistischen Fressen und natürlich war auch die NPD vor Ort. Bei antifaschistischen Gegenaktivitäten wurden einige Leute Festgenommen. Deshalb spielen Egotronic am 18.10. im La Casa in Berlin-Hellersdorf eine Soli-Show für die anfallenden Repressionskosten.
Kommet zuhauf!
Weitere Infos zu dieser Veranstaltung findet ihr hier: KLICK!

Blog reaktivieren

Lange Zeit ist es hier ruhig geblieben. Ich hatte andere Dinge zu tun und hab deshalb meine Blogsport-Seite schändlich vernachlässigt. Das soll sich jetzt aber wieder ändern. Mal schaun, wie schnell ich in die Pötte komme.

Was ich hingegen pflegte, war der nur aus Bildern bestehende Egotronic TUMBLR-Blog, der heute seinen 100sten Eintrag feierte:

(Klicken und hinsurfen)

Ich hoffe, dass ich es schaffe, diese Seite hier zukünftig wieder genauso aktuell zu halten, denn schließlich geht es mit großen schritten auf 10 Jahre bloggen zu.
Wir werden sehen.