Archiv für Januar 2013

Nostalgie-Attacke


Anfang/Mitte der 90er Jahre wohnte ich in einem extrem runtergerockten Punkerhaus im südhessischen Bensheim, das wir Bewohner liebevoll „Das Loch“ nannten. Da niemand von uns einer geregelten Beschäftigung nachging, kehrten bei uns täglich Massen an Menschen ein, die keine Lust auf ihr eigenes Zuhause hatten, sich gehen lassen oder Drogen kaufen wollten, oder um einfach mit uns abzuhängen.
Zugegeben, ich hatte immerhin kurz versucht, eine Weile am Fließband bei „Wolf Bergstraße“ („Der einzige Wolf der Backen kann“) in der Nachtschicht zu arbeiten, wurde aber nach kürzester Zeit wieder gekündigt, da es keine Woche gab, in der ich nicht mindesten 1-2 Tage (und somit auch Nächte) krankgeschrieben war. Aber hey, abendliches Grillen und Saufen zum Beispiel war ja wohl schon immer wichtiger als Lohnarbeit, oder etwa nicht?
Im Zimmer neben dem Meinigen wohnte mein Cousin, der ebenso wie ich neben Punkrock auch gerne Techno hörte.
Zu jener Zeit lief wöchentlich im HR3 Radio eine Sendung namens Clubnight, in der bekannte DJs Mixes präsentierten und ich erinnere mich nur zu gut an eine Sendung von PCP Frankfurt, die er damals aufnahm und uns -geflasht wie er davon war- immer wieder vorspielte.
Ich bin ziemlich sicher, dass es keinen Techno-Mix gibt, den ich -ob ich es wollte oder nicht- in meinem Leben öfters gehört hätte.
Auf dem Facebook-Account meines Cousins sah ich gestern, dass es dieses wirklich hörenswerte Stückchen Musikgeschichte jetzt auch auf Youtube gibt und obwohl ich mit dem Sound eigentlich nicht mehr wirklich etwas anfangen kann, hab ich es allein gestern wieder zweimal durchhören müssen:

Ich bin nach wie vor begeistert und kann dazu herrlich in Errinnerungen schwelgen.

P.S.:
Auch hörenswert ist dieser etwa ein Jahr jüngere Mix von 1994, der wunderbare Jungle-Tracks enthält und den mir jemand in den Facebook-Kommentaren hinterließ:

Tubbe

Sie sind noch ziemlich neu bei Audiolith, aber ich freu mich schon auf ihr erstes Album:

Es wird am 01.03.2013 erscheinen.
Vorab kommt am morgigen Freitag den 01.02. aber schon eine erste Single-Auskopplung. Wie die klingen wir, erfahrt ihr HIER.

Für alle die, die noch nie etwas von den Ex-Münchnern und jetzt Berlinern gehört oder gesehen haben, gibt es hier nun noch ein wundervolles Musikvideo der geschätzten Kollegen:

Weitere Infos findet ihr hier:
Tubbe home
Facebook
soundcloud
Audiolith

„… jetzt zeige ich den jungen Leuten mal, was man aus ihren Liedern machen kann.“

Heino hat ein neues Album aufgenommen.

Er covert gute und weniger gute Songs von großartigen und weniger großartigen Bands,…
(Hier geht’s zum ersten Song)
…die das allerdings scheinbar nicht besonders lustig finden:
BILD-Artikel zum neuen Album.

Heino lässt sich davon aber nicht beirren und sagt fickt euch.
Ich meine:
Da ist der Nationalistentrottel auf seine alten Tage doch glatt noch Punk geworden…

P.S.:
Dass Heino nichts desto trotz scheiße bleibt, steht natürlich trotzdem außer Frage.

Ungewöhlicher Fetisch,…

…Spongebob Porno:

Kullas neues Buch

Genosse Kulla hat ein neues Buch geschrieben!

Alle Infos dazu findet ihr hier:
KLICK,STAUN,KAUF

Darf´s noch eine mehr sein?


Auch wenn der Express anderes behauptet, eine gibt es noch.
Am Donnerstag den 31.01.2013 tun sich Linus Volkmann und ich vorerst zum letzten mal zusammen um beim VEB Politik, Kunst und Unterhaltung in Siegen gemeinsam herzerweichenden Irrsinn vorzutragen.
Hier der Link zur Facebook-Veranstaltungsseite:
KLICK!

Wir freuen uns über ihren Besuch!

Botanisches Wunder

Ich war eigentlich nie ein großer Fan von Zimmerpflanzen. Gut, sie stören mich nicht und ich finde sie oft sogar -wie zum Beispiel in der Wohnung meiner Liebsten- sehr ansehnlich, hatte selbst aber nie das Bedürfnis, mir welche zuzulegen.
Zu meinem letzten Geburtstag schenkte mir nun aber mein guter Genosse und Freund Ivo Bozic ein wirkliches Wunder des Kapitalismus, nämlich eine Blume aus der Dose.
Nachdem diese ausgeklügelte botanische Meisterleistung der kapitalistischen Produktionsform etliche Monate verschlossen auf der Fensterbank stehend ihr Dasein fristen musste, beschloß ich Ende September letzten Jahres endlich Nägel mit Köpfen zu machen und sie ihrer angedachten Bestimmung zuzuführen. Ich hielt mich bis ins kleinste Detail an die beigefügten Anweisungen, was zugegebener Maßen nicht sonderlich schwer war, da sie lediglich aus 3 Arbeitsschritten bestand:
1. Deckel abreißen
2. wässern
3. Verschluss auf der Unterseite öffnen
Danach Positionierte ich die Dose so auf meiner Fensterbank, dass sie fast den ganzen Tag feinster berliner Sonnenbestrahlung ausgesetzt war und wartete.
Nach ein paar Tagen begann der erste Samen zu sprießen und es dauerte nicht lange, bis die ersten zarten Triebe und Blätter das Licht der Welt erblickten. Soweit so gut. Ich war zufrieden und guter Dinge, dass auch mein Zimmer bald zu einem Hort des Blühens werden sollte, was -so vermutete ich- eine Optimierung des Wohlbefindens in den eigenen vier Wänden mit sich bringen würde. Aber weit gefehlt!
Zu meiner Besorgnis musste ich feststellen, dass die Pflanze trotz regelmäßiger Wassergabe jedes weitere Wachstum verweigerte. So sehr ich mich auch abmühte und ihr gut zusprach, blieb es bei drei dürren Trieben. Selbst als ich von einer zehntägigen Reise (Lesetour mit Linus Volkmann), während der mein Mitbewohner die weitere Pflege übernahm, zurückkehrte, war keine Veränderung ihres Zustands festzustellen. Sie hatte sich, so schien es mir, in dieser Phase des nicht stattfindenden Wachstums fest eingerichtet.
So verstrichen weitere Wochen, in denen ich langsam aber sicher die Lust am Gärtnerdasein verlor, was zur Folge hatte, dass ich während meiner vierzehntägigen Weihnachtsreise niemandem mehr auftrug Wasser nachzuschütten.
Als ich nach Silvester in meiner Wohnung ankam, machte ich eine erstaunliche Entdeckung. War ich beim betreten meines Zimmers noch sicher, die Pflanze wäre in der Zwischezeit durch Wassermangel eingegangen, belehrte sie mich auch dieses Mal eines Besseren. Nichts, aber auch gar nichts hatte sich an ihrem Zustand verändert und das, obwohl ihr Nährboden mit Fug und Recht als furztrocken bezeichnet werden konnte. Ein biologisches Wunder!
Mittlerweile sind 2 weitere gießfreie Wochen vergangen und noch immer „erstrahlt“ sie im selben „Glanz“, wie zu Beginn dieses botanischen Abenteuers:

Ein Trauerspiel!
Ich habe trotzdem beschlossen, die Pflanze weiterhin stehen zu lassen, symbolisiert sie doch auf’s eindringlichste das bürgerlich kapitalistische Glücksversprechen, welches niemals wirklich eingelöst werden kann.

P.S.:
Sollte nach kommendem Wochenende, an dem ich in Münster und Oberhausen auflege, noch immer keine Veränderung eingetreten sein, überlege ich, sie mit Bier zu gießen. Wer weiß, vielleicht hilft das ja…

Wer will mit mir in Leipzig auflegen?

Rückblick 2012:

Nachdem 2011 ein Jahr mit ziemlich viel Stress war, nahm ich mir vor, 2012 weit lockerer anzugehen. Genau das hab ich getan, weshalb der Rückblick auf 2012 um einiges kürzer ausfallen dürfte, als die der Jahre zuvor.

Die Aufs und Abs von 2011 gingen in 2012 unvermindert weiter und einige wirklich tiefgreifende Veränderungen traten ein, von denen beizeiten noch ausführlich zu berichten sein wird, da sie starken Einfluss auf mein zukünftiges schaffen haben werden.

Wie angekündigt gab es im letzten Jahr neben einigen wenigen Einzelshows, lediglich einige Festival-Konzerte mit Egotronic, bei denen uns nicht selten Mirco von ENDEARMENT/MindSlide an der Gitarre begleitete, zumal er einen großen Teil zu „Rannte der Sonne hinterher“ beisteuerte. Und das ist nach wie vor einer meiner liebsten Egotronic-Songs.
Video vom Deichbrand-Festival:

Es war eine schöne Zeit mit ihm (Hier nochmal der Link zu einem Gastbeitrag, den er in der Frühphase der Festival-Saison für meinen blog schrieb) und ich bin schon gespannt, was er mit seiner neuen Band MindSlide in nächster Zeit präsentieren wird.

Desweiteren gab es zwei Lesereisen. Eine wirklich lange mit Daniel Kulla,…

…eine etwas kürzere mit Linus Volkmann…

und eine Einzellesung von mir auf dem Melt!:

Ich hatte mächtig Spaß, weshalb ich mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich bei allen FreundInnen und Fans bedanken möchte, die sich diese Spektakel angetan haben.
Besonderer Dank geht an Booker Artur, der die Reisen möglich gemacht hat und natürlich an Linus und Kulla, die vermutlich besten Reise-Kollegen, die man haben kann.

Auch in 2012 gab es einige Releases mit meiner Beteiligung:
Mit meinem Kumpel Kilian gründete ich das Techno-Projekt Torsun Teichgräber mit dem wir einen Track auf der aktuellen Stiff Little Spinners (Audiolith) veröffentlichten…

…und bei den geschätzten Kollegen von Disko Crunch, deren Album auf dem von Endi gegründeten Label Endigital erschien, durfte ich eine Runde in ein Mic Krächzen.

Soweit zum Geschehenen.
Mir bleibt zu sagen, dass ich 2012 angefangen habe, einen ersten richtigen Roman zu schreiben. Wann ich damit fertig werde steht allerdings noch in den Sternen, denn Vorrang haben erstmal neue Egotronic-Songs und an denen Feile ich gerade so sehr, wie niemals zuvor. Ohne allzu viel zu verraten, sei hier lediglich erwähnt, dass Kilian Teichgräber massiv an den neuen Prodiktionen beteiligt ist, wir diesmal fast ausschließlich Hardware-Synth verwenden und dank Phil de Gap echte Drums zum Einsatz kommen werden.
Ihr dürft gespannt sein, werdet euch aber noch ein ganzes Weilchen gedulden müssen.

In der Zwischezeit könnt ihr mich ja bei der ein oder anderen DJ-Show besuchen:

Cheers!