geilste besprechung bisher:

TAZ vom 14.05.10:

die grenzen des guten geschmacks überschreiten egotronic bereits mit dem coverbild ihres neuen albums „ausflug mit freunden“. zitieren sie in dem doch das gladbecker geiseldrama: sänger und mastermind torsun hält einem seiner kollegen die waffe unter die kehle wie einst dieter degowski der später im schusswechsel umgekommenen geisel silke bischoff.
in der musik setzt sich die prinzipielle provokation fröhlich fort. „eure toleranz kotzt mich an“, plärrt das trio in die welt, um deren zustand man sich sorgen macht: „wenn das schiff morgen untergeht. was soll´s?“
diese arschlochhaltung wird unterstützt von beats, die noch ein wenig primitiver daherrüpeln wie bei den torbedo boyz. hauptsache, es knallt. und das möglichst derbe. die euro-disco-ideen, die immer wieder durch die tracks leuchten, sind auch nicht eben allzu elegant platziert.
kurz: egotronic spielen partymusik für menschen, die kurz vor dem weltuntergang wenigstens noch mal durch die ganze scheiße trampeln und dabei möglichst vielen leuten auf die füße tretten wollen.
ganz so ernst gemeint ist das natürlich auch wieder nicht. auf der rückseite der cd dreht die band den spieß um und steckt dem geiselnehmer die eigene knarre in den mund. humor ist wohl tatsächlich, wenn man trotzdem lacht.

(thomas winkler)

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13 Antworten auf “geilste besprechung bisher:”


  1. 1 reflexion 16. Mai 2010 um 15:10 Uhr

    Lustig!

  2. 2 Karsten 16. Mai 2010 um 15:44 Uhr

    Schon lustig.

  3. 3 jaegerzaun 16. Mai 2010 um 15:48 Uhr

    für einen veriss zu dämlich und als tshirtspruch so wenig brauchbar wie „polozei“

  4. 4 Marisa 16. Mai 2010 um 17:51 Uhr

    Haha, und der Winkler (ich denke mal, es ist der Gleiche, wär sonst schon ein krasser Zufall) schreibt sonst fürn Musikexpress und da drin wurde kein Wort über die Platte verloren…

  5. 5 Wilhelm Vandalism 16. Mai 2010 um 18:25 Uhr

    taz ist eh zum heulen.
    aber wirklich fast untoppbar :)

  6. 6 Erdmaus 16. Mai 2010 um 19:03 Uhr

    Wie die Fans gleich anfangen zu jammern, süß.

  7. 7 rampue 17. Mai 2010 um 14:06 Uhr

    torbedo???? :D

  8. 8 shlomo 17. Mai 2010 um 16:16 Uhr

    geil, dass eine arschlochhaltung durch beats unterstützt werden kann. jetzt braucht eine geistige haltung noch nicht mal mehr substanz durch worte :D
    und herrn winkler möchte ich noch raten, schnell die griechen und spanier und portugiesen und den euro zu retten, bevor sich die arschlochhaltung noch mehr ausbreitet, und er morgen mit uns zusammen im sinkenden boot sitzen muss. das dürfte ich bestimmt nicht gefallen…

  9. 9 successless 17. Mai 2010 um 17:14 Uhr

    die grenzen des guten geschmacks sind dann überschritten, wenn in einer etablierten tageszeitungen legastheniker wie thomas winkler schreiben dürfen, die formulierungen wie
    „beats, die noch ein wenig primitiver daherrüpeln wie bei den torbedo boyz“
    verbrechen.

  10. 10 kloppo 17. Mai 2010 um 17:24 Uhr

    wow. die egotronic-SS… äh, -SZ im aufmarsch:

    und herrn winkler möchte ich noch raten, schnell die griechen und spanier und portugiesen und den euro zu retten, bevor sich die arschlochhaltung noch mehr ausbreitet, und er morgen mit uns zusammen im sinkenden boot sitzen muss.

    da sprudelt’s aus dem volkgenossen nur so raus.

    legastheniker

    uuuuh, warum sagste nicht gleich „behindert“?

  11. 11 Frankie 17. Mai 2010 um 19:42 Uhr

    @ kloppo
    von dem redakteur einer grossen Zeitung sollte man schon erwarten koennen, dass er der korrektenFormulierung eines Komparativs maechtig ist.

  12. 12 successless 18. Mai 2010 um 1:05 Uhr

    aber halt, kloppo hat ja recht. sprache bewusst und korrekt zu verwenden ist identitätsstiftend und zwängt in den subjektstatus. gegen die volksgemeinschaft der richtigschreiber.
    oh mann -.-

  13. 13 peter_lampe 21. Mai 2010 um 20:42 Uhr

    Ich weiß ja, dass man sich als Fan bestimmt schnell angegriffen wird, wenn die Idole mal nicht in Zucker gebettet werden, aber prinzipiell muss man doch sagen, dass der Rezensist doch das ganze gut erfasst hat. Ich sprech der „Musik“ ja nicht jeden Wert ab, aber als besonders künstlerisch und musikalisch kann man diese Tekknogeboller ja nun wirklich nicht beschreiben. ;) Und die Haus-Maus-Texte kann so auch ein 7jähriger schreiben. Das alles schließt ja nicht aus, dass man nicht Spaß dabei haben kann.

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