drogen, drogen… nix als drogen!

Aber noch absurder und kaputter als jede noch so schlimme Drogenkaputtheit war natürlich generelle Abstinenz. Die prinzipielle, programmatisch zur Nüchternheit entschlossene Entscheidung, irgendetwas Böses aus Prinzip ganz sicher nie und NICHT zu nehmen, das war die Totalverblödung. Irgendwelche Drogen nicht zu nehmen, und zwar aus Prinzip, ist das absolut Allerkaputteste, definitiv.

Rainald Goetz – Rave

der geschätzte kollege plemo findet drogen nehmen nicht (mehr!) so geil. das kann er sehen wie er will. jetzt wurde im cobretti-blog dazu eine debatte losgetreten, und so manch einer fühlt sich bemüht den moralischen zeigefinger zu schwingen, hätte man doch als musiker eine vorbildfunktion, die man erfüllen müsse.

eigentlich würde mir so eine debatte nicht viel mehr als vorbildfunktion? am arsch! entlocken. drogen nimmt man oder eben nicht. wichtig war für mich immer nur, mich über die wirkungsweise und nebenwirkungen zu informieren. desweiteren hab ich mich z.b. immer bei verschiedenen internetseiten kundig gemacht welche rauschmittel gerade so verpanscht sind, dass vom konsum abgeraten wird. aber seis drum…

mal ganz im ernst: ich war und bin auch fan irgendwelcher artists (mit 12 jahren wurde ich durch und durch ärzte-fan) und habe mich nie genötigt gefühlt die selben mittelchen zu konsumieren wie der von mir favorisierte musiker. warum auch?

wie gesagt, würde ich darauf eigentlich nicht weiter eingehen, hätte ich nicht in einem beitrag folgendes gelesen (der verfasser ist mir leider unbekannt):

andererseits gibt es in der szene aber auch verfechter des drogenkonsums, ohne namen nennen zu wollen.
das ist meiner meinung nach untragbar!
(hervorhebung von mir) diese menschen sind sich ihrer vorbildfunktion nicht bewusst. sie führen nicht nur sich in den untergang, sondern auch ihre treuen fans. und da sind so äußerungen wie “ich bin für drogenkonsum, aber GEGEN eine sucht” absolut lächerlich und paradox. man sei ja schon von sovielen anderen dingen abhängig.
schön gesagt, gute “message”, aber leider im kern absoluter schwachsinn.

(den ganzen text gibst hier)

da in dem zitat ein verunstaltetes zitat von mir steht (der verfasser hätte mich ruhig beim namen nennen können), will ich mich kurz dazu äussern.
vom sinn her richtig müßte das zitat so lauten: „ich nehme gerne drogen, will aber nicht süchtig werden, weshalb ich ständig längere konsumpausen einlege“!
wenn solch eine aussage als „drogenverherrlichung“ wargenommen wird, ist das nicht mein problem. meiner meinung nach sagt so ein satz aus, dass ich einen bewußten umgang mit rauschmitteln favorisiere.
„absolut lächerlich“ finde ich hingegen, wenn jemand meinen ausschluss aus irgeneiner „szene“ -und nichts anderes impliziert der satz „das ist meiner meinung nach untragbar!“– fordert.

noch viel lächerlicher wird sowas, wenn solch eine forderung von jemandem kommt, der laut eigenbekundung keine ahnung von der thematik hat. für solche leute zitierte ich zu beginn meines posts rainald goetz und möchte noch hinzufügen:
zu einer „szene“ der moralapostel hab ich nie gehört, und werde das auch in zukunft vermeiden.

zum abschluss noch ein kleiner tipp:
wenn euch jemand drogen anbietet, welche ihr nicht nehmen wollt, sagt einfach „nein“. das ist gar nicht so schwer….

p.s.: ICH PERSÖNLICH NEHME KEINERLEI RAUSCHMITTEL UND FORDERE ALLE DAZU AUF ES MIR GLEICH ZU TUN!“ :D

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37 Antworten auf “drogen, drogen… nix als drogen!”


  1. 1 Herr Zebrakante 06. Januar 2009 um 20:29 Uhr

    Ich kann aber auch JA sagen, wenn ich gefragt werde und Bock habe. :)
    Oder einfach selbst kaufen. So oft wird es einem nämlich gar nicht angeboten. Als ob man überall Drogen geschenkt bekommen würde.

  2. 2 kapsler hauser 06. Januar 2009 um 21:34 Uhr

    oder so! :)

  3. 3 Plemo 06. Januar 2009 um 21:48 Uhr

    ich würde sogar soweit gehen und sagen daß ich drogen IM MOMENT nicht (mehr!) so geil finde. Das bezieht sich vor allem auf alkohol als grundnahrungsmittel.

  4. 4 tommy 06. Januar 2009 um 21:54 Uhr

    Ist ja okay, wenn du das für dich findest, aber warum willst du anderen Leuten deine Haltung aufdrängen? Du magst Drogen nicht, Klaus und Annette schon, wo ist der Punkt?

  5. 5 ritalinabhängiger e.r. 06. Januar 2009 um 21:55 Uhr

    @plemo: hoffe, dieses stadium erreiche ich auch mal :)

  6. 6 kapsler hauser 06. Januar 2009 um 21:57 Uhr

    @tommy
    wenn du mich meinst, hast die mich falsch verstanden, sehe ich doch die sache genau so wie du.

  7. 7 Neo Bechstein 06. Januar 2009 um 21:59 Uhr

    ui, schon wieder -13°C

  8. 8 Produkt 06. Januar 2009 um 22:12 Uhr

    War von euch jemand in den letzten Wochen mal im Spielcasino?
    Die gibt es echt in jeder Stadt – oft in der Nähe von Bahnhöfen z.b.
    Checkt die mal aus!!! Spielsucht ist das nächste große Ding.

  9. 9 Neo Bechstein 06. Januar 2009 um 22:15 Uhr

    Bei uns sind die Casinos beim Puff…

  10. 10 atb 06. Januar 2009 um 22:16 Uhr

    dann können wir ja gleich mal mit Internetsucht weiter machen. Ist aber glaube ich noch keine anerkannte Krankheit.

  11. 11 Plemo 06. Januar 2009 um 22:29 Uhr

    @ tommy:
    und falls du mich meinen solltest, wieso meinst du das ich da jemandem was aufdrängen will? verwechsel bitte nicht den langen thread bei cobretti mit meiner meinung.
    jeder soll das tun wovon er glaubt das es ok ist. wenngleich ich gern mal freunden einen aus meinem nähkästchen erzähle. kleines, nervendes steckenpferd von mir.
    mich hat interessiert wie so die haltung der „leute“ zum drogenthema ist. besonders interessiert mich die haltung von jüngeren, weil ich da keinen einblick habe. das interessiert mich eben.
    nachzulesen hier:
    http://plemo.blogsport.de/2009/01/05/drogenkonsum-in-der-szene/
    :)

    @ritalinabhängiger e.r.:
    mal sehen wie lange mir das noch bock bringt. im moment ist es super. ;)

  12. 12 DJ Kante 06. Januar 2009 um 23:10 Uhr

    Geil, jetzt geht das hier weiter. Geile Sache. Internetsucht sehe ich auch als das nächste grosse Ding an. Ich bin der erste Patient.

    Torun, lange nix gehört. Danke für die Werbung. Gruß nach Berlin !!

  13. 13 Plemo 06. Januar 2009 um 23:18 Uhr

    Internetsucht war 2005

    Spielen in der Spielhalle. Artur sagt es.

  14. 14 atb 06. Januar 2009 um 23:20 Uhr

    Spielen im Internet! das ist 2009

  15. 15 DJ Kante 06. Januar 2009 um 23:21 Uhr

    glaube ich nicht dran. mit iphone, umts und so geht das alles nochmal in die 2. runde. spielhalle ist down

  16. 16 kapsler hauser 06. Januar 2009 um 23:22 Uhr

    DAS INTERNET WIRD SICH NIEMALS DURCHSETZEN!!!

  17. 17 DJ Kante 06. Januar 2009 um 23:24 Uhr

    stimmt auch wieder. dann sind bücher das nächste grosse ding.

  18. 18 dancig 06. Januar 2009 um 23:47 Uhr

    dito!
    sry leider keine zeit, gleich startet nen raid…

  19. 19 ISAG 07. Januar 2009 um 0:34 Uhr

    Genau! Scheiß auf Internet! Blogs sind sowieso doof!

    Lasst mal lieber Momoiren schreiben :)

    Frage an die Allgemeinheit: Kann man Internet überhaupt als Sucht definieren? Werd ich gleich mal googlen.

    Zu guter letzt @torsun: Kann es sein, dass der letzte Satz im Entry ein klein wenig ironisch rüberkommt?

  20. 20 feindbuilder 07. Januar 2009 um 1:30 Uhr

    also bei uns sind es -21 grad, was aber geil ist da man da die drogen draußen nehmen kann und erst wenn man drinne vor der heizung sitzt, knallen sie. °.°

  21. 21 classless 07. Januar 2009 um 2:29 Uhr

    “Also würdest du sagen, daß die Suchtgefahr bei Civ nicht größer ist als bei Dope?” frage ich.
    “Na doch. Es gibt nur wesentlich mehr kontrollierte User, die mit dem Umstand, daß sie von dem Spiel nicht mehr loskommen, irgendwie schöpferisch umgehen können. Das versuchen wir ja auch zu ermutigen. Entzug ist praktisch unmöglich. Er ist noch nicht vorgekommen.”

    http://www.classless.org/2002/10/20/sid-meiers-fanclub-party/

  22. 22 valle 07. Januar 2009 um 2:47 Uhr

    habt ihr auch noch was anderes zu tun als in allen möglichen Blogs über Foren zu diskutieren ?

    Es sollte ein Audiolith und Cobretti Forum geben da kann man dann schön diskutieren. Wäre das nicht ne Idee (ich komm nämlich nichtmehr hinterher mit dem ganze Blogs lesen)

  23. 23 renate 07. Januar 2009 um 10:32 Uhr

    ich finde sehr authentisch und fantastisch geschrieben ist dieser brief hier:

    http://www.morphinistenseite.com/karloscoerfahrungen/wsburroughs/index.php

    da kann sich jeder selbst seine meinung zu machen, aber der kennt sich höchstwahrscheinlich ziemlich gut aus ;) ist allerdings schon etwas älter.

  24. 24 lahmacun 07. Januar 2009 um 11:21 Uhr

    Frage an die Allgemeinheit: Kann man Internet überhaupt als Sucht definieren? Werd ich gleich mal googlen.

    genau darüber wird derzeit in der wissenschaft gestritten. psychiater sind mehrheitlich der meinung, es gäbe eine solche sucht (die beschaffen sich halt auch gerne neue gut bezahlte arbeit); kommunikationswissenschafter zB mehrheitlich nicht.

    im april gab es dazu sogar eine anhörung von experten vor dem bundestag, denn es geht dabei schließlich auch um massig forschungsgelder und die einrichtung von kliniken etc.

    die studien, die bislang vorliegen, sind in der regel nicht repräsentativ und v.a. auch keine panel-studien (langzeit mit gleicher stichprobe).

    einige ergebnisse deuten daraufhin, dass v.a. arbeitslose, (psychisch) kranke und hausfrauen eine exzessive internetnutzung entwickeln. d.h. aber auch, dass es sich um ein gesellschaftliches problem handelt, denn diese personen haben eine gemeinsamkeit: sie sind sozial isoliert und versuchen mithilfe des internets diese isolierung zu überwinden.
    eine aufnahme in die psychiatrischen handbücher, zB DSM-IV, würde aber zu einer individualisierung führen. sie ist daher m.m.n. abzulehnen (und in der nächsten ausgabe ist sie auch noch nicht drinnen – aber wie gesagt, da kämpfen weltweit grad psychiater und psychologen um arbeit).

  25. 25 lahmacun 07. Januar 2009 um 11:24 Uhr

    die i-sucht wäre also nicht ursache, sondern symptom. dieses gibt es aber, bis hin zu todesfällen.

  26. 26 momo 07. Januar 2009 um 13:46 Uhr
  27. 27 tathandlung 07. Januar 2009 um 16:27 Uhr

    ob jemand sich was reinpfeift oder nicht, ist meiner meinung nach einzig und allein privatsache der betreffenden person und sonst garnix. und leute die ihr leben nach songtexten ihrer heißgeliebten künstler ausrichten sind sowieso (und auch ohne stoff) idioten. wo kommen wir denn hin, wenn bands nurnoch texte machen bei denen sie vorher die kopfschere angesetzt haben? musikantenstadl. ich sehs wie der kapsler, wenn man unbedingt drogen nehmen will, sollte man sich vorher informieren was für ein chemisches feuerwerk im hirn dabei losgetreten wird und wenn man der meinung ist, das in kauf nehmen zu wollen, dann ok. und wer (so scheiße wie man sich nach 3 tagen chemischer schlaflosigkeit fühlt) meint das sei nicht schädlich dem is eh nich zu helfen…

  28. 28 exraucher 07. Januar 2009 um 17:08 Uhr

    Ganz Allgemein
    Solange man davon ausgehen muss dass die Leute keinen Ahnung von den Nebenwirkungen haben.
    Kann man nicht nur über die positiven Effekte informieren sondern muss auch über negative und weitere mögliche Nebenwirkungen informieren.
    Alles andere ist unverantwortlich.

  29. 29 goalie 07. Januar 2009 um 20:16 Uhr

    zu einer “szene” der moralapostel hab ich nie gehört, und werde das auch in zukunft vermeiden.

    naja, wer möchte schon teil einer szene sein? virtuelles spiegelfechten mit phantomerektionen.

  30. 30 goalie 07. Januar 2009 um 20:18 Uhr

    ups, hab gar nicht gesehen, dass das hier eine edith-funktion hat, kannst Du diesen, meinen zweiten Beitrag löschen? danke.

  31. 31 e.r. 07. Januar 2009 um 23:02 Uhr

    diese ganze drogendiskussion ist doch fürn arsch, solange pharmaunternehemen speed- und heroin-derivate unter neuen namen mit teils gefährlicheren (für die gesundheit der probanden) nebenwirkungen verticken. man muss gar nicht mit dem rituellen gebrauch von pilzen und so zeug anfangen, wer auf party geht und für eben diese party den gebrauch von koks und/oder e um der wirkung wegen mag – whatever. wer darauf nicht klarkommt, nun, da liegen die probleme sicher woanders. (um mal biologistisch zu sein: wer unter serotoninmangel leidet konsumiert und feiert sicher anders als „normale“ humans.)

  32. 32 bubi 07. Januar 2009 um 23:34 Uhr

    drogenerfahrungen gehören für einbige jugendliche eine rolle bei der entwicklung der eigenen identität und spielen innerhalb eder jugendkultur eine grosse rolle
    gerade bei jungen menschen ist die gefahr ernsthaft durch drogenkonsum zu erkranken ist jedoch besonders gross
    die psychiatrien sind voll mit partydrogenkonsumenten
    das sollte man nicht ignorieren
    die drogenverherlichung in musik und eine verteufelung dessen halte ich jedoch für falsch
    diskussionen dieser art wurden auch schon im sterng konservativen amerika anfang der achtziger jahre im zusammenhang mit der auswirkung von heavy metal texten suggeriert
    auswirkungen auf das verhalten der menschen haben doch viel mehr erziehung und momentane lebensumstände als die weltanschauung seiner vorbilder aus der musikszene
    elten und peer groups spielen eine wesentlich grössere rolle

  33. 33 just4fun 12. Januar 2009 um 9:57 Uhr

    nochmal zum anfang, was spricht eigentlich gegen paradoxien?

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